Außenmission der Crew der USS Danubia NX 100200

Samstag, 3. August 2002

An das Oberkommando des Tal Shiar


Geheimer Bericht über eine Aussenmission der Crew der USS Danubia NX 100200


Sternzeit 200208.03


Verfaßt von erei’riov Maran i-Silver t‘Kener



Anmerkung


Die USS Danubia ist ein Schiff der UFP, dessen Crew sich aus den meisten der bekannten Spezies der Galaxis zusammensetzt, unter der Führung eines weiblichen terranischen Captains namens Winnie Zip. Es befinden sich auch klingonische und romulanische Austauschoffiziere an Bord. Zu letzteren gehöre ich.


Dieser Bericht soll selbstverständlich in keiner Weise die natürliche Überlegenheit der Rihannsu über die Lloan’na und die Klingonen herausstellen, sondern dient nur zur Demonstration der guten Zusammenarbeit der verschiedenen Spezies innerhalb eines gegebenen Rahmens.



Bericht


Die Übungsmission, vom Captain der Danubia Winnie Zip aufgrund verschiedenster Vorfälle zur Steigerung der Motivation und zur Übung der Zusammenarbeit unter der Crew angesetzt, fand auf einem Klasse M-Planeten mit noch nicht bis zur Raumfahrtsreife entwickelter Bevölkerung statt, weswegen die gesamte Crew sich mit dort üblichen vierrädrigen Verbrennungsmotor-Fahrzeugen zum Ausgangspunkt der Operation begab.


Es wurden drei Teams gebildet. Meine Wenigkeit wurde als Leiterin der „Rihannsu“-Gruppe eingesetzt. Diese bestand aus Botschafter tr’Rathleifi, zwei Vulkaniern und einer Trill-Borg sowie mir. Unsere Anweisungen lauteten folgendermaßen:

„Sie haben im Orbit dieses Planeten ein Föderationsraumschiff entdeckt. Ihr Außenteam begibt sich auf die Oberfläche des Planeten. Auftrag: Finden Sie heraus, was die Lloan’na dort tun und zu welchem Zweck!“


Wir begaben uns zu unserem Ausgangspunkt und schlugen zunächst ein Hauptlager mitten im dichtesten Gebüsch der dortigen Waldvegetation auf. Noch als wir unser Vorgehen besprachen, hörten wir aus der Ferne Gelächter und Rufe. Fassungslos sahen tr’Rathleifi und ich uns an. So ungeschickt konnten doch nicht einmal Terraner...? Aber sie konnten. Bei Bewahrung tiefster Stille hörten wir Personen durch den Wald vordringen. Plötzlich erscholl ein Schrei: „Ich hab eins, ich hab eins!“, gefolgt von einem vielstimmigen „Pschschscht!“


Der erste Teil unseres Auftrags war damit zu unserer (kopfschüttelnden) Erleichterung schon erledigt: Offenbar suchten die UFP-Mitglieder irgend etwas. Es blieb uns nunmehr, herauszufinden, um was es sich handelte. Zu diesem Zweck teilten wir uns auf. 


Mit einer der Vulkanierinnen machte ich mich auf den Weg, um einige der Lloan’na zu verfolgen. Immer in tiefster Deckung, beobachteten wir ein kleines Grüppchen, ohne jedoch einen Hinweis finden zu können. Zum vereinbarten Zeitpunkt kehrten wir ins Hauptlager zurück. Plötzlich tauchte auf dem Weg, der daran vorbei führte, ein Föderationstrupp mit ein paar Klingonen auf. Die Borg-Trill, gerade auf dem Weg zu unserem Treffpunkt, wurde von ihnen gefangengenommen. Um uns zu warnen, stieß sie einen lauten Ruf aus: „Klingonen!!!“ Nicht einmal das brachte die Gegner aus der Ruhe. Ohne auch nur die nähere Umgebung abgesucht zu haben, sprich, ohne uns zu entdecken, brachen sie in Richtung ihres Stützpunktes auf, um die Gefangene abzuliefern.


Die Vulkanierin und ich folgten in einigem Abstand, um unser Gruppenmitglied eventuell zu befreien. Dabei stießen wir auf einen seltsamen, metallisch schimmernden Gegenstand, der offensichtlich dieser Umgebung fremd war. Ob es sich um das handeln mochte, was die Lloan‘na so verzweifelt suchten? Ich nahm den Gegenstand an mich.


Unterwegs stieß der zweite Vulkanier wieder zu uns. Da wir unserer Gefährtin nicht helfen konnten (mit Verlusten muß eben gerechnet werden), beschlossen wir, tr’Rathleifi zu suchen und den Rückzug anzutreten. Nachdem wir den Botschafter aus einem Gebüsch, in dem er sich meisterhaft getarnt hatte, herausgeholt hatten, beschlossen wir, da wir vermutlich ein Exempel für das bei uns hatten, was die Lloan’na auf diesem Planeten suchten, daß unser Auftrag ausgeführt war und machten uns auf den Weg zum vereinbarten Endpunkt der Mission.


Dabei gerieten wir in einen Hinterhalt. Einige Klingonen und ein paar Terraner rannten auf uns zu. Wir trennten uns sofort und spurteten in verschiedene Richtungen. Einer der Klingonen war leider ausdauernder als ich. Ich wurde gefangengenommen. Zwei Mann, eine Offizierin und ein Klingone, wurden zu meiner Bewachung abgestellt. Sie sollten mich ins Hauptlager bringen.

Weder wurde ich durchsucht noch gefesselt. Ich nannte nur Namen und Rang, ansonsten schwieg ich. Den metallischen Gegenstand hatte ich unter der Uniform.


Die nun folgende Szene wird mir für immer im Gedächtnis bleiben. Ich traute schier meinen spitzen Ohren nicht.

An einer Kreuzung zweier Wege blieben meine Bewacher stehen.

„Müssen wir jetzt rechts oder geradeaus?“, fragte der Klingone. Ich verbiß mir ein Grinsen. Ich hätte ihnen den Weg sagen können, aber ich hielt natürlich den Mund! Die Lloan’na meinte: „Bin mir nicht ganz sicher... rechts, glaub ich...“ Eher ratlos sahen sie den Wege entlang. 

Das war meine Chance. Ich trat unauffällig einen Schritt zurück. Während die zwei noch berieten und von mir wegsahen, wirbelte ich herum und raste los. Die beiden verblüfften Wächter nach einer Schrecksekunde hinter mir her...

Trotz des unwegsamen Geländes hatte ich bald einen Vorsprung. Ich bog in den Wald ab und machte dann den Fehler, mich nicht sofort in Deckung zu begeben. Dann blieb ich leider in einem Dornengebüsch hängen... der Klingone holte mich ein.


Diesmal führten die beiden mich rechts und links am Arm. Als sie sich endlich über die Richtung geeinigt hatten, brachten sie mich in ihr Hauptlager. Immer noch kam keiner auf die Idee, mich zu durchsuchen. Mir wurde relativ viel Freiheit gelassen... als ich in einer Ecke einen Haufen metallischer Gegenstände sah, ließ ich den, den ich unter der Uniform trug, einfach dort fallen. Niemand bemerkte es. Innerlich den Kopf schüttelnd, wartete ich das Ende der Mission und die Besprechung ab.


Das Fazit war folgendes: Während die Lloan’na einen Teil ihrer Mission, nämlich das Auffinden eines vermißten Außenteams, innerhalb der ersten zehn Minuten erledigt hatte, waren sie beim Sammeln der silbrigen Gegenstände, die ein seltenes Mineral darstellen sollte, weniger effizient gewesen. 


Und auch von unserer Gruppe hatten sie nicht alle finden können: Der Botschafter hatte einmal mehr seine meisterhaften Tarnkünste angewandt und war nicht entdeckt worden (tatsächlich lockte ihn erst der Geruch des traditionell über dem Feuer zubereiteten Targfleisches aus dem Wald). Somit hätte er unsere Erkenntnisse an das Telain Deridex Rihannsu weitergeben können.


Wir hatten unseren Auftrag erfolgreich ausgeführt.

U.S.S. DANUBIA

MISSIONSBERICHT